| 25.02.2005 |
Unendliche Geschichte ' Fundsache Tier'
Gestern 'reiste' Kater Muskat aus Brandenburg bei uns an (Details zum Kater siehe Buchstabe 'M' bei den vermittelbaren Freigänger). Ein typischer Fall von Bürokratie, wie wir ihn leider immer wieder erleben: So wie heute stehen tierliebe Bürger vor der Türe mit der Frage: "Wohin mit dieser Fundkatze?"
Der Bürger stellt die berechtigte Frage, wo er diese 'Fundsache' melden soll und wo er sie abgeben kann. Trotz eindeutiger Gesetzgebung (BGB) stellen wir immer wieder fest:
* Nicht wenige Kommunen in unserer Umgebung ('Dreiländereck') haben mit keinem einzigen Tierheim einen Vertrag über Fundtiere abgeschlossen. Werden die zuständigen Beamten mit der 'Fundsache Tier' konfrontiert, haben sie keine Ahnung, wo sie diese unterbringen sollen - und das, obwohl bei einem Fundtier ganz offensichtlich dringend Handlungsbedarf besteht.
* Andere Kommunen wiederum haben einen Vertrag mit einem einzigen Tierheim abgeschlossen - leider ohne zu berücksichtigen, dass es durchaus vorkommt, dass ein Tierheim wegen Überfüllung oder aus anderen Gründen manchmal ein Tier beim besten Willen nicht aufnehmen kann. Es fehlt ein Vertrag mit einem zweiten Tierheim, welches in einem solchen Fall einspringt.
* Des weiteren werden wir immer wieder mit Kommunen konfrontiert, die ein Vertragstierheim haben - doch dieses nimmt nur Hunde auf. An eine Lösung für andere Fundtiere wie z.B. Katzen oder Kleintiere ist seitens der Kommune nie gedacht worden.
* Auch schon erlebt haben wir, dass zwischen einer Kommune und einem Tierheim ein Vertragsverhältnis besteht, der zuständige Beamte jedoch entweder darüber nicht informiert worden war oder sich nicht mehr daran erinnern konnte, als sich ein Bürger telefonisch danach erkundigte.
Und so erleben wir es nicht selten, dass tierliebe Bürger vor unserer Türe stehen, die uns 'auf direktem Weg' eine Fundkatze bringen. Dadurch entsteht für uns ein nicht zu unterschätzender Aufwand - und zwar sofort in diesem Moment, auch wenn im Tierheim gerade andere wichtige Dinge zur Erledigung anstünden:
1. Administrativ
Mit dem Bürger klären wir umgehend ab, wo er das Tier gefunden hat. Daraufhin setzen wir uns mit dem Ordnungsamt der zuständigen Kommune telefonisch in Verbindung - denn dieses ist rechtlich für die 'Fundsache Tier' verantwortlich. Wir müssen abklären, ob die Kommune ein Vertragstierheim für Fundtiere hat, ob dieses z.Z. über Aufnahmekapazität verfügt und falls ja, ob das Tier bei uns abgeholt wird oder ob wir es in das zuständige Tierheim bringen müssen. Hat die Kommune hingegen kein Vertragstierheim, ist mit dem Ordnungsamt abzuklären, ob wir das Tier im Auftrag der Kommune aufnehmen dürfen und falls ja, in wieweit die Kommune diese Dienstleistung entschädigt.
-> Uns entstehen Telefonkosten, die uns niemand erstattet. Zudem geht wertvolle Arbeitszeit verloren.
2. Medizinisch
Nicht nur werden viele Fundkatzen krank oder sogar verletzt aufgefunden, sondern jede Fundkatze muss durch uns auch gegen Aussen- und Innenparasiten behandelt und gegebenenfalls geimpft und/oder kastriert werden.
-> Im besten Fall erhalten wir von der verantwortlichen (!) Kommune pro Fundkatze einen einmalige, schon fast symbolische Zuwendung von EUR 60.00. Die effektiv entstandenen Kosten sind unser eigenes finanzielles Risiko; wir müssen selber zusehen, wie wir diese durch Spenden (hoffentlich) decken können. Das heisst im Klartext: Wir erbringen für die Kommunen unfreiwillig eine kostenlose Dienstleistung (die meistens nicht einmal anerkannt, geschweige denn geschätzt wird).
-> Wird ein Tier schwer verletzt zu uns gebracht, bringen wir es sofort in die nächste Tierarztpraxis. Nicht selten reagiert ein Ordnungsamt auf dieses eigenmächtige Vorgehen gereizt mit der Frage, warum wir dieses Tier überhaupt aufgenommen hätten, die Kommune habe ein Vertragstierheim und dieses erhalte die finanzielle Zuwendung für dieses konkrete Fundtier, punkt.
Lieber Tierfreund, Sie verstehen jetzt sicher, warum wir immer wieder konkret um Spenden zur Deckung der Tierarztkosten bitten :-)
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| 25.02.2005 |
Bestattung von Haus- und Heimtieren
Wir sind ganz entsetzt über die geplanten neuen Verordnungen hinsichtlich der Bestattungen von Tieren.
Es ist angedacht, das Haustiere in Zukunft nicht mehr auf dem eigenen Grundstück bestattet werden dürfen, auch bei Einhaltung von Trinkwassereinzugsgebieten.
Tiere, die in einem Tierheim versterben, trifft es noch schlimmer, sie sollen in Zukunft der Kategorie I zugeordnet werden. Das bedeutet, sie werden mit Seucheschweinen und BSE-Rindern gleichgestellt. Entsprechend soll ihre 'Entsorgung' in Zukunft auch aussehen.
Mit dieser Entscheidung können wir uns auf keinen Fall zufrieden geben. Wir haben die Tiere mit viel Liebe umsorgt und können sie am Ende nicht wie Müll wegwerfen, sondern möchten ihnen einen würdigen Abschied geben.
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| 24.02.2005 |
Ruba - das letzte Baumkätzchen
Von den "Baumkätzchen" (siehe Tagebuch-Eintragung vom 24.8.2004) warten nur noch Ruba und ihre Katzenmama Aila bei uns auf ein neues liebevolles Zuhause. Ihre Geschwister konnten bereits vermittelt werden.
Von der kuriosen Babystube in der Baum-Höhle der Kastanie haben wir noch schöne Fotos erhalten.
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| 23.02.2005 |
Herzliches Dankeschön an die Tierklinik Wittenberg
An dieser Stelle möchten wir uns im Namen der Miezekätzchen bedanken bei den netten und fürsorglichen Tierärzten/innen und Tierarzthelfer/innen aus der sächsisch-anhaltischen Tierklinik. Dort werden die Kätzchen stets liebevoll aufgenommen, ver- und umsorgt.
Besonders bewundern wir die geduldige und sanfte Umgangsweise bei sehr ängstlichen, scheuen, wilden oder schwierigen Kätzchen.
Freu - freu.
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| 23.02.2005 |
Abschied von Öhrchen
Vor ein paar Tagen wurde ein schwarzer Kater von Bürgern beobachtet, wie er durch eine Gartenanlage lief und überall aneckte.
Beim näheren Betrachten stellte sich heraus, dass er sein linkes Auge verloren hatte und das rechte Auge schwer entzündet war. Von anderen Katzen wurde er ständig angegriffen. Nase und Ohren sind von Kämpfen gezeichnet.
Wir stellten 'Öhrchen', wie wir den Kater tauften, sofort dem Tierarzt vor, der zu jenem Zeitpunkt keinen Grund sah, ihn einzuschläfern, da er auf dem rechten Auge noch etwas erkennen konnte.
Der Gesundheitszustand von Öhrchen hat sich während den letzten wenigen Tagen leider jedoch sehr verschlechtert. Wir haben ihn deshalb gestern der Tierklinik ein zweites Mal vorgestellt. Dabei hat sich herausgestellt, dass sich die Netzhaut von seinem rechten Auge inzwischen vollständig gelöst hat; damit ist Öhrchen blind. Ein ebenfalls am rechten Auge befindliches Gewächs ist leider operativ nicht zu entfernen.
Aus diesem Grund haben wir gestern schweren Herzens von Öhrchen Abschied nehmen müssen. Heute haben wir ein kleines Licht für ihn angezündet.
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