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29.09.2006

Dringender Hilferuf: Rettung des Tierheimes Arzberg!

Liebe Tierfreunde

Wir, Kathrin Walther und Vera M. Besler, wenden uns heute mit einem dringenden Hilferuf an Sie. Wir bitten Sie, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um die nachfolgenden Zeilen sorgfältig und vollständig zu lesen.

Kathrin Walther und ich sind seit 1995 in der Tierschutzarbeit in der Region Torgau tätig. Unser privates Engagement sprach sich damals in Windeseile herum; bereits ein Jahr später waren wir Gründungsmitglieder des “Tierschutzvereines Torgau e.V.” (heute „Tierschutzverein Arzberg e.V.“), dessen Leitung Vera M. Besler 1999 übernahm.

Geplant war eine ad interims-Leitung bis zur Neuwahl eines Vereinsvorsitzenden 13 Monate später. Als diese fällig wurde, meldete sich niemand, um den Vorsitz zu übernehmen. Hätte ich ihn daraufhin nicht übernommen, so hätte dies das Ende des Vereins bedeutet und damit das Ende einer koordinierten und damit effizienten Tierschutzarbeit in unserer Region.

Die Unterbringung der Fundtiere am von der Stadtverwaltung vorgesehenen Ort erwies sich als unhaltbar: Die Gebäude waren heruntergekommen, unbeheizbar (!), fließend Wasser war nicht vorhanden. Im Winter glänzten die Kristalle an den Wänden.

2 1/2 Jahre lang suchte ich deshalb fieberhaft nach einer geeigneten Unterkunft für unsere Schützlinge. Im Juni 2001 fand ich in Arzberg, 15 km von Torgau entfernt, ein Grundstück, welches sich wenigstens als Kleintierheim (ohne Hunde) sehr gut zu eignen schien.

Umgehend begann ich zusammen mit einigen Tierfreunden, das ehemalige Bürogebäude zu einem Kleintierheim umzubauen. Noch im selben Jahr zogen die ersten Katzen ein. Die gröbsten Renovationsarbeiten waren jedoch erst im Jahre 2003 abgeschlossen, und seither sind wir ständig damit beschäftigt, Gelände und Gebäude für unsere Tierschutzarbeit zu optimieren.

Während mehr als 10 Jahren haben Kathrin Walther und ich auf ehrenamtlicher Basis Tierschutzarbeit geleistet - Vollzeit (ausnahmslos an jedem Tag, auch an Wochenenden und an sämtlichen Feiertagen!) und ohne Entgelt. Im Gegenteil: Wir haben unsere letzten eigenen Ersparnisse in die Tierschutzarbeit investiert.

Während all dieser Jahre waren wir beide auf Arbeitssuche in der Hoffnung, in der Nähe eine entlöhnte Arbeit zu finden, die es uns ermöglichen würde, unsere Tierschutzarbeit während unserer Freizeit weiterzuführen; wir lebten von Arbeitslosengeld.

Trotz vieler Aufrufe war es nicht möglich, die anfallenden Arbeiten auf mehrere Schultern zu verteilen; abgesehen von ganz wenigen Tierfreunden ließen sich sehr wenige Menschen finden, die bereit waren, im Tierheim zwischendurch auszuhelfen – obwohl in unserer Region seit vielen Jahren konstant über 20 Prozent der Menschen arbeitslos sind und daher viele für ein ehrenamtliches Engagement auf regelmäßiger Basis durchaus Zeit hätten.

Beim Freigehegebau, Entkernungsarbeiten im Haus und im Gelände sowie bei der Wildwuchsbeseitigung, Grünpflege und der Einfriedung halfen uns ABM-Mitarbeiter.

Von Tierfreunden abgenommen wurden uns folgende Arbeiten, welche diese lieben Menschen in ehrenamtlicher Arbeit regelmäßig ausführen: Nachkontrolle Katzenvermittlung, Betreuung verwilderter Hauskatzen (Futterplätze), Leerung der Futterspendenboxen, das Führen der Buchhaltung. Wir danken an dieser Stelle ganz, ganz herzlich!

Arbeiten wie Reinigen von Katzentoiletten und dem -zubehör (Spielzeug, Fressnäpfe, etc.), dem Säubern der Zimmer und Freigehege und dem Waschen der Wäsche wurde von uns und einigen wenigen freiwilligen ehrenamtlichen Helfern ausgeführt. Zusätzlich übernahmen wir die Versorgung und Pflege der Tiere sowie der Sauberhaltung der Unterkünfte.

Der ständige Wechsel von Personen in der Tierbetreuung war zu keinem Zeitpunkt eine effiziente Lösung, da wir ständig neue Personen anlernen mussten.

Seit 2005 bekommen wir nur über die ARGE die Möglichkeit der Anstellung von 1-Euro-Job-Teilnehmern. Diese Teilnehmer dürfen aber keine (!) satzungsgemäße Pflichtaufgaben des Vereins ausüben wie Reinigen von Katzentoiletten, dem Zubehör (Spielzeug, Fressnäpfe, etc.), dem Säubern der Zimmer und Freigehege und dem Waschen der Wäsche, die Versorgung und Pflege der Tiere.

ABM oder 1-Euro-Jobs durften noch nie für Versorgung, Pflege und Reinigung der Zimmer der Tiere eingesetzt werden, das ist eine gesetzliche Festlegung unserer Politiker!

Faktisch bedeutet dies, dass der größte Teil der Arbeit an Kathrin Walther und mir hängengeblieben ist. Ein unhaltbarer Zustand, zumal wir beide vom Arbeitsamt abhängig sind, also von wenigen Euro im Monat unser Leben bestreiten sollen und uns gleichzeitig intensiv um Arbeit bemühen müssen – und zwar in ganz Deutschland sowie im angrenzenden Ausland, nicht mehr nur in unserer Region.

Wir sehen deshalb nur eine einzige Möglichkeit, die Schließung unseres Tierheimes mangels Arbeitskräften zu verhindern: die offizielle Anstellung unserer amtierenden Tierheimleiterin Kathrin Walther durch den Verein.

Kathrin Walther hat sich bereit erklärt, ab Oktober 2006 für einen geringfügigen Lohn im Tierheim weiterzuarbeiten.
Dem Verein entstehen monatlich ca. EUR 750,00 an Kosten.

Des weiteren benötigt der Verein 3 Personen, um die rudimentäre Tierversorgung abzusichern (Katzentoiletten, Zimmer, Freigehege und Zubehör säubern, Reinigung der Fressnäpfe, Wäsche waschen).

Für die kontinuierliche und gute Arbeit zum Wohl der Tiere brauchen wir neben Frau Kathrin Walther zusätzlich eine weitere Festangestellte die für geringfügigen Verdienst arbeitet und 2 Personen auf Minijob-Basis (höchstens 14,7 Wochenstunden, ca. 150,00 Euro pro Monat). Liebe Tierfreunde, wir formulieren es unmissverständlich: Unser Tierheim benötigt ab November 2006 zusätzliche Spendengelder über EUR 1.700,00 – jeden Monat und verlässlich über einen langen Zeitraum.

Werden bis 31. Oktober 2006 keine entsprechenden ernsthaften Zusagen seitens Spender gemacht werden, ist die Fortführung unserer Tierheimarbeit in Frage gestellt, denn die Tiere können sich nicht selbst versorgen
.

Liebe Tierfreunde, wir bitten Sie inständig mitzuhelfen, dieses Schicksal von unseren Schützlingen abzuwenden. Kathrin Walther und ich würden gerne noch viele Jahre weiter ausgesetzten und vernachläßigten Tieren in unserer Region helfen und unsere Tierschutzarbeit langfristig in motivierte junge Hände übergeben. Dies können wir aber nur mittels Ihrer finanziellen Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen


Vera M. Besler
Vereinsvorsitzende

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